Neujahr 1721: Sturmflut zerstört Wall zwischen Düne und Insel

Serie „Geschichte und Geschichten der Insel Helgoland“ von OTTO-ERWIN HORNSMANN1

Fast genau vor 296 Jahren, Neujahr 1721, trennte eine Sturmflut die Düne von der Insel.

Trotzdem sind im Jahre 1723 mindestens acht Familien nach Langeoog ausgewandert. Diese Insel war durch große Sturmfluten in den Jahren 1717 und 1721 so weit zerstört worden, dass sie zu veröden drohte und man die Neubesiedlung stark förderte. Allerdings sollen alle Umsiedler nach einiger Zeit wieder nach helgoland zurückgekommen sein. Diese Stürme hatten auch auf Helgoland großen Schaden angerichtet und anno 1720 zerbrach der Wall, der die Düne mit der Insel verband.

Letzter Rest der Witte Klipp vernichtet

Nachdem 1711 auch der letzte Rest der Witte Klipp von der See vernichtet war, hatte der Wall seinen natürlichen Schutz verloren und wurde im Laufe der Jahre durch Wind und Wellen stark verkleinert. Die Chronik vermerkt:

31.12.1720 – Am Neujahrsabend und dem darauffolgenden Neujahrstag war es um 2 Uhr ein rechter Haubt- Sturm und hieselbst ein ungemein hohes Wasser mit so grausamen Wellen, dass auch einige Häuser und Buden bey Norden dem Lande wegspületen und übertraf diese Wasserfluht fast diejenige, welche am Weihnachtsabend 1717 erging. Der Wind war auch heftiger als zu der Zeit. Der Steinwall zwischen dem Lande und der Sanddüne riß durch und war beynahe ein gantz Jahr ein Loch darin, dass man allemahl mit halber Fluht mit Jöllen und Chaloupen durchfahren konnte.“

Diese Durchbruchstelle wurde durch die starke Strömung ständig erweitert, das Material des Steinwalls wurde am Südstrand angeschwemmt und trug wesentlich zur Vergrößerung des Unterlandes bei. (Fortsetzung folgt)

(Gestaltung: Andreas Bubrowski)

  1. aus: Otto-Erwin Hornsmann, Geschichte und Geschichten der Insel Helgoland, Museum Helgoland, 2006, mit freundlicher Genehmigung des Autors

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