Erste registrierte Strandung im Jahre 1612

Serie „Strandungen bei der Insel Helgoland“ von MAX ARNOLD1

Eine Schmacke von 1844.
Abb.: Förderverein Musum Helgoland

Die erste etwas ausführlichere Nachricht einer Strandung finden wir im Landesarchiv Schleswig-Holstein. Dort heißt es im Bericht des Landvogtes unter dem Datum vom 20. November 1612.

„In der Nacht ist ein Schiffer mit Nahmen Aßmuß Hector von Bremen hin EinSchnacke Segell fuerend, so von Amsterdam gekommen undt Bremergüder eingehatt, in einem Ehrschrecklichen Storni in des Suith Strant gedrewen weches hernach in derselben Nacht alsbalt vom wasser in Stücken geschlagen, undt sind diese Nachfolgende Güter darauß geborgen worden, so alles die halve Nacht under wasser gelegen. Erstlich 12 Tunnen Bücklinge, so mehrendels vom Saltzenwasser verdorben, 5 Tonnen Tran, 3 Oxhoves Tran, das eine Dritte Partt voll gewesen, 2 Tunnen Pökel bering, l Fatt midt Muschaten so mehrendill vom Wasser verdorben und verschiedenes mehr.“

In einem Ehrschrecklichen Storni

Die geborgenen Gegenstände sind genau aufgeführt, da nach dem Strandrecht in der damaligen Zeit dem Souverän ein Viertel, den Bergern ebenfalls ein Viertel und dem Kaufmann die Hälfte der geborgenen Güter zustanden. Im Jahre 1706 änderte das Schleswig-Holsteinische Fürstenhaus die Verteilung auf je ein Drittel pro Partei. Das war natürlich ein sehr großer Nachteil für die Kaufleute. Erst 100 Jahre später verzichtete dann die dänische Krone, Helgoland war inzwischen von Dänemark annektiert worden, in dem im Jahre 1803 erlassenen Strandrecht auf jeden Anteil. Das Bild zeigt eine Schmacke wie sie im Text erwähnt wird. Dieser Schiffstyp war in der Nord und Ostsee über 200 Jahre dominierend.

(Gestaltung: A. Bubrowski)

  1. basierend auf einen Vortrag des Verfassers, mit dessen freundlicher Genehmigung

Artikel zur Serie

  1. Neue Serie: Strandungen bei der Insel Helgoland (21.07.2017)
  2. Erste registrierte Strandung im Jahre 1612 (04.03.2018)